Presskeramik

Das Pressen von Keramiken gewinnt neben der klassischen Schichtung mehr und mehr an Bedeutung. Presskeramiken lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Zum einen in die so genannten stand-alone Presskeramiken, das heißt, die Restauration wird vollständig aus dem Presskeramikmaterial hergestellt, und zum anderen in die press-to Keramiken, das heißt, ein bereits vorhandenes Basisgerüst wird überpresst. Darüber hinaus stehen in beiden Gruppen zwei Möglichkeiten der Fertigstellung zur Auswahl, die Mal- oder Schichttechnik.

Geschichtliche Entwicklung von Vollkeramiksystemen

Die Anfänge der Keramik im zahnärztlichen Bereich gehen auf den Franzosen Alexis Duchateau aus dem Jahre 1770 zurück. Er versuchte eine Totale Prothese aus Keramik zu brennen, was ihm aufgrund  der massiven Sinterschrumpfung große Probleme bereitete. Eine 1776 entwickelte niedrig schmelzende Keramik wurde von Dubois für den gleichen Einsatz mit größerem Erfolg verwendet. Die ersten Porzellaneinzelzähne für Prothesen wurden 1808 hergestellt. Die  Entwicklung der Porzellanmantelkrone, die sogenannte Jacketkrone, wird auf das Jahr 1886 datiert und dem Amerikaner  Charles Land aus Detroit zugeschrieben. 1908 wird von Schneider die Bedeutung der Schulterpräparation, welche im Rechten Winkel zur Okklusalkraft anzulegen ist, für die Festigkeit der Jacketkrone beschrieben. Mit dem Brennen der Keramik unter Vakuum  wurde 1940 von der Firma Wienand ein wichtiger Schritt bezüglich einer geringeren Porosität der Oberfläche und einem verbesserten optischen Erscheinungsbild getan. Ein weiterer Entwicklungssprung wurde 1965 von Mc Lean und Hughes durch Zugabe von Aluminiumoxid vollzogen. Das sogenannte Prinzip der Dispersionsverfestigung ist als wichtiger Schritt in der Entwicklung hochfester Keramiken anzusehen. Die ersten Versuche eine Keramik durch eine Heißumformung in Zahnform zu bringen wurden 1968 von Mc Culloch veröffentlicht. Weitere neuentwickelte Vollkeramiksysteme wurden für die Press- und Frästechnik in den 80er Jahren auf den Markt gebracht. Gegen Ende der 90er Jahre wurden für die Presstechnik synthetische Glaskeramiken mit bis dahin einzigartigen Materialfestigkeiten vorgestellt. Auch durch stetige Weiterentwicklungen der Schleif- und Fräskeramiken sind nunmehr metallfreie Brückenrestaurationen für den Seitenzahnbereich möglich geworden.